





Nach dem letzten Anstieg öffnet sich ein Dachboden mit Matratzen, Wolldecken, knarrenden Dielen. Draußen purzeln Sterne, drinnen summt ein Ofen. Jemand erzählt von Lawinenkursen, jemand anderen kitzelt Müdigkeit. In der Früh liegt das Tal wie gefaltet unter Nebel. Ein Wanderstock lehnt an der Tür, Schuhe trocknen, Suppentöpfe warten. Man merkt, wie wenig genügt, um reich zu schlafen.
Ein Hof im Hügelland riecht nach Most und Backofen. Die Gastgeberin zeigt Weinfässer, den Garten, den geliebten Schattenplatz. Frühstück geschieht langsam: Pfirsiche, Käse, Brot, Marmelade, drei Geschichten. Der Tag plant sich fast von allein, weil die Schritte weich werden. Abends klirren Gläser, Kinder jagen Lichtpunkte. Morgen könnte man bleiben, übermorgen vielleicht auch. Und plötzlich ist Bleiben eine Entscheidung des Körpers.
Salz trocknet als weiße Poesie auf Fensterläden, und das Haus kennt den Wind beim Namen. In einer Schublade klappert altes Besteck, das vom Fischmarkt zurückkehren kann, wann immer es will. Auf der Terrasse weht die Wäsche wie kleine Segel. Wenn Nacht kommt, blinken Boote. Das Meer spricht zärtlich gegen den Kai, und jemand notiert, wie Stille nach Algen und Zitrone riecht.
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